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Justin.TV stellt sein Archiv ein

Justin.TV, sozusagen der Gründungsvater von Twitch, stellt sein Archiv ein. Den Schritt erklärt das Live-Streaming-Portal mit der geringen Nutzung des Archivs durch Zuschauer. Mehr als die Hälfte der gespeicherten Webvideos hätte demnach nur ein oder gar kein Aufruf zu vermelden.

Damit spart das Unternehmen aber wiederum Ressourcen ein, um ihre Gaming-Plattform Twitch weiter zu stärken.

Justin.TV wurde im Frühjahr 2007 gelauncht und hat bis zum heutigen Zeitpunkt ca. 5 Mio. regelmäßige Zuschauer. Im Vergleich zu den über 40 Mio. Besuchern bei Twitch ist das aber sehr gering.

Der Erfolg von Twitch führt sogar dazu, dass sich das Unternehmen von Justin.TV im Februar 2014 zu Twitch Interactive umbenannte. Zur Zeit liegen noch Gerüchte in der Luft, dass YouTube das Portal für eine Mrd. Dollar übernehmen möchte.

YouTube: Traffic auf mobilen Geräten am höchsten

Der mobile Markt wächst immer schneller und auch das Traffic-Aufkommen von Bewegtbildern im Web schwillt schon seit Jahren weiter an.

Mashable und Statista haben jetzt die Daten des amerikanischen Unternehmen Sandvine visualisiert. Sandvine stellt Hardware und Software für Netzwerke her und veröffentlicht schon seit Jahren Daten zum Internet-Traffic. Ihre Produkte werden unter anderen von Comcast genutzt, dem größten Kabelnetzbetreiber der USA.

Die Statistik zeigt das YouTube einen Anteil von 17,26% am entstandenen mobilen Datenverkehr besitzt. Danach folgt Facebook auf Platz 2 und den HTTP-Protokollen auf Rang drei. In der Top 10 ist auch Netflix enthalten, dass aber auch in Zukunft noch weiter zu zulegen wird, da hier die Videoqualität und Bekanntheit auch immer weiter zunimmt.

Infographic: YouTube and Facebook Account for a Third of Mobile Web Traffic | Statista Weitere Statistiken auf Statista

Netzschau #01 – Videoportale

Hier gibt es kurze Teaser zu Nachrichten von anderen Seiten, die über Videoportale berichten. Diesmal dabei u.a. Spiegel Online und Heise.

Vine mit neuer Seite

Lange waren die 6-Sekunden-Videos von Vine nur über Smartphones und Tablets erreichbar. Mit der neuen Website lassen sich die Kurzfilme auch im Web suchen und finden.

YouTube-Teaser

Vor allem auf Nachrichtenseiten ist das Prinzip Gang und Gebe. Mit ein bis zwei Fett gedruckten Sätzen versucht der Autor die Leserschaft in seinen Bann zu bringen. Jetzt gibt es auf YouTube die Funktion vor seinen Videos einen dreisekündigen Teaser vorzuschalten, um die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf den Kanal zu erhöhen.

Britische  Jugendliche lieben YouTube

Was empfinden britische Jugendliche gegenüber sozialen Netzwerken? Dieser Frage sind einige Forscher nachgegangen.YouTube steht demnach am höchsten im Kurs. Facebook landet hinter Whatsapp und Skype auf Rang vier.

Das alte Fernsehen stirbt

Das Medien sich im Internetzeitalter anpassen müssen, haben die Printmedien schon erlebt. Auch dem Fernsehen wird das nicht anders gehen. Einer der Hauptkonkurrenten wird wohl Netflix. Die Südwestpresse fasst das Geschehen kurz zusammen.

Strengere Regeln für YouTube in Saudi-Arabien

Saudi-Arabien ist einer der größten Wachstumsmärkte für YouTube. Insgesamt stieg die Verbreitung des Internet in dem arabischen Staat um 300% in den letzten fünf Jahren. Zusammen mit Nordafrika erreicht der Mittlere Osten 310 Mio. Video Views am Tag. Hinter den USA ist diese Region damit der zweitgrößte Markt für Videoportale. Google ist nicht untätig und hat eine Kampagne entwickelt, um noch stärker in den arabischen Ländern vertreten zu sein.

Doch die damit entstehende Freizügigkeit für die Bevölkerung ist den Regierenden ein Dorn im Auge, wenn auch nicht so stark wie in anderen Ländern, wie z.B. der Türkei. In Saudi-Arabien besteht das Regierungssystem aus einer absoluten Monarchie. Die Politiker sind darauf bedacht kritisches Material nicht an die große Öffentlichkeit zu lassen.

Bereits früher fragte der Staat auf der arabischen Halbinsel an, ob Videos gelöscht werden können. Google hat dem bisher immer widersprochen.

Die Organisation „Reporter ohne Grenze“ berichtete im Dezember 2013, dass eine neue Agentur in Saudi-Arabien in Planung sei, die die Zensur in dem Staat übernehmen sollte. Leiter des Projekt ist Riyadh Najm. Nach den Wünschen würden dann nur noch Videos freigegeben, die den Moralvorstellungen und Werten des Staates entsprechen.

Vier Monate später, im April 2014 tritt erneut Riyadh Najm im Wall Street Journal auf. Er erklärt:

„We will make them aware of what’s acceptable in Saudi Arabia and what’s not acceptable

Außerdem berichtet die Zeitung, dass bereits 2012 eine Kommission gegründet worden sei, die die Lizenzen für die Medienschaffende vergibt.

Es scheint so, als würde sich das Land auf allzu kritische Publikationen vorbereiten. Wenn die öffentliche Meinung den Monarchen nicht gefällt, stehen bereits Organisationen im Hintergrund, die sich um die Zensur stärker kümmern werden.

Vimeo: Die besten Videos im März 2014

Vimeo hat auf seinem Blog die schönsten Videos aus dem Monat März vorgestellt.

Zusätzlich zu den Vorstellungen interviewt Vimeo auch immer einen der vorgestellten Künstler. Dieses mal ist es Mark Columbus, der seinen Vater, einen Jazz-Musiker aus Fiji dokumentiert.  In dem kurzen Video erzählt er mit Witz und Charme dessen Lebensgeschichte und sein Verhältnis zu ihm. Am Ende zieht Mark Columbus ein schönes Fazit, das an dieser Stelle natürlich nicht verraten wird.

Ein weiteres Video nennt sich „This is a Generic Brand Video„, das auf humorvolle Art und Weise Firmenportraits auf den Arm nimmt. Kurz gesagt: Im Allgemeinen ähneln sie sich wirklich sehr.

Film Nummer drei, „Prospect“ spielt auf einem vergifteten Planeten Im Mittelpunkt steht ein Mädchen im Teenage-Alter und ihr Vater. Beide suchen wertvolles Material, um es später gewinnbringend zu verkaufen. Alles läuft gut bis sie von Banditen angefallen werden.  Ein sehr eindrucksvolles Drama mit außergewöhnlichen Filmaufnahmen.

Auch der Animationsfilm/Song „Happy Camper – The Daily Drumbeat“ ist sehr interessant. Die fröhlich wirkende Fassade versteckt zunächst das tragische „Spiel“.

Sechs weitere Filme sind vorgestellt. Diese sind ebenfalls sehr sehenswert. Zu sehen auf vimeo.com.

 

Endlich wieder da!

Alles klar. Die ganze Phase mit dem Prüfungsstress ist (bzw. sollte jetzt) nun vorbei sein. Es hat ein wenig länger gedauert als erwartet. Aber ab morgen werde ich dann wieder regelmäßig schreiben über alles was in der Welt passiert und was mir zwischen die Finger kommt.

Längere Artikel gibt es dann wieder in zwei Wochen, wenn ich wieder ein Wochenende für mich beanspruche.

Demnach: Bis morgen 🙂

Ein Roboter erkennt sich

Menschen und ein paar andere Tiere (z.B. Delfine, Orang-Utans und weitere) können sich selbst im Spiegel erkennen.  Nun können das auch Roboter. Der sogenannte Qbo erkennt sich beim Betrachten im Spiegel und identifiziert andere Qbo’s, wenn er diese begutachtet. Es hätte ja schließlich auch sein können, dass er einen Gegenüber auch als Spiegelbild wahrnimmt. Mit Lichtsignalen und Mimiken (z.B. Augenlider) unterscheidet sich so der Qbo von anderen, die bei jedem spezifisch gestaltet sind.

Interessant wie weit die Robotortechnik vorangeschritten ist. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was die nächsten Jahre bringen. Es mag vielleicht erst eine Spielerei sein, aber alles hat ja einmal klein angefangen. Babys müssen ja auch zunächst lernen ihr Spiegelbild zu erkennen. Nur dauert das bei ihnen bis zum 2-3 Lebensjahr. Bei den Robotern ist die Entwicklung doch schon ein wenig länger. Spaßeshalber kann man ja einfach mal raten, wann der Roboter eine gute Kopie des Menschen abgibt, wenn der Mensch das überhaupt möchte.

Zur näheren Erklärung gibt es ein Beispielvideo bei golem.de.
[Quelle: http://www.golem.de/1201/88773.html%5D

2012 und der Weltuntergang 2038

Und wieder bricht ein neues Jahr herein. Man fragt sich, was hat das letzte Jahr gebracht und was wird sich 2012 verändern. Es stehen unzählige ungeklärte Fragen auf dem Papier, die in diesem Jahr geklärt werden. Egal ob es die schwarz-gelbe Koalition sich bis 2013 noch einigen kann, oder ob Deutschland Europameister wird. Im Vordergrund steht natürlich der erneute Weltuntergang. Am 21.12.2012 soll soweit sein, dann läuft derMaya-Kalender aus und wahrscheinlich dreht sich die Erde trotzdem weiter.
Ich habe mir für dieses Jahr auf jeden Fall wieder ein hübsche Palette mit guten Vorsätzen bereitgelegt, die ich die ersten zwei Tage des neuen Jahres auch wunderbar eingehalten habe und da 2011 schon gut war, kann es ja nur bergauf gehen.
Natürlich ist ein Vorsatz diesen Blog auch in diesem Jahr weiterzuführen. Seit einem Jahr schreibe ich schon mit einer großen Pause am Jahresende 2011, wo alles an Arbeit bezüglich Arbeit und Nebenjob zusammenlief. Das soll es dieses Jahr auch nicht mehr geben und versuche neben den größeren Artikeln auch ab und zu kleinere Informationen mit einzubinden.

Erster Versuch: einer der nächsten Weltuntergänge. Dieser findet im Jahr 2038 und wird als „Jahr-2038-Problem“ bezeichnet. Dann könnte es zum Überlauf der Unixzeit kommen. Sie wird von den meisten Computerprogammen mit 32Bit verwendet und soll in dem Jahr in den negativen Bereich springen und nicht mehr speicherbar für die Systeme sein. Das soll zu Softwareausfällen führen und die Banken verlieren ihr ganzes Geld… Also wie 2010/2011… Naja…
Bis dahin sollen die 64Bit-Systeme die Probleme aber schon gelöst haben. Puh, nochmal Glück gehabt. Obwohl… wer weiß, ob wir überhaupt ins Jahr 2038 gelangen. Schließlich geht die Welt ja zwischendurch bestimmt noch 4036mal unter.

Eine SMS erzählt

Und abschicken! Weg ist die SMS. So denkt man. Sofort ist sie beim Gesprächspartner und man bekommt eine Antwort. Doch ab und zu geschehen merkwürdige Sachen mit den kleinen SMS. Nach Stunden erreichen sie erst ihr Ziel, kommen gar nicht oder nur bruchstückhaft an.

Ich interviewte eine SMS. Sie erzählt von ihrem erlebten:

Wann begann deine Reise? Ich darf Sie doch duzen?
Ja, sicher. Kein Problem. Also… Nach dem der Typ mich nun stundenlang bearbeitet, jeden Satz dreimal kontrolliert hatte, mir meine Punkte und Kommas unendlich mal gebrochen hat und sich trotzdem die schlimmsten Rechtschreibunfälle abspielten… wie kann man nur nämlich mit h, also „nähmlich“ schreiben…tse…also auf jeden Fall nach dieser Ewigkeit schickte er mich endlich los.

Wo sollte es denn hingehen?
Eigentlich nicht weit weg. Ich schätze es waren nur 600 Kilometer. So schaffe ich eigentlich in wenigen Sekunden. So wie ich gestaltet war, war ich wohl an eine Angebetete adressiert.

Wie fandest du dich denn selber geschrieben?
Niemand ist perfekt und sich selbst einzuschätzen ist sehr schwierig. Aber ich wäre der letzte, der behaupten würde, ich wäre fehlerlos. Nein, ganz sicher. Ich habe ja auch das Wort „nämlich“ erwähnt. Ein Teil von mir den ich überhaupt nicht leiden kann. Und überhaupt denke ich, dass ich an einigen Stellen etwas schmalzig sein kann.

Es gibt bestimmt Schlimmeres.
Ja, natürlich. Einer meiner Kollegen hatte einen schrecklichen Körperbau. Er war zwar noch jung. Im besten Alter, aber steckte schon voller lol’s, rofl’s und einer ganzen Menge omg, wtf und HDGDL. Der Arme. Einige haben es auch sehr schwer erwischt. Aber auch er hat die perfekte Lebenspartnerin gefunden mit viel ❤ und :3 und noch mehr ❤ ❤ :-* …  Ist zwar nicht mein Fall, aber die beiden haben sich gefunden.

Wunderbar! Aber kommen wir doch wieder zum eigentlichen Thema. Wie kamst du bei der Adressatin denn an?
Ich sah schlimm aus. Total zerrupft. An einigen Stellen konnte man mich kaum noch entziffern. Als Ersatz wurde nur */Text fehlt*/ hinterlassen. Sie hat mich natürlich nicht verstanden und wurde auch nicht beantwortet. Ein schreckliches Gefühl, wenn man so achtlos liegen gelassen wird und man nicht einmal Antworten auf Fragen bekommt.

Das ist wirklich schlimm. Was ist passiert?
Zum Anfang war noch alles normal. Ich stand in diesen sagenumwobenen Datenstaus. Es gab für mehrere Zehntel kein Vor und kein Zurück. Zu allem Unglück wurde ich auch noch von einer übergroßen MMS an der linken Seite geschliffen. Da ging schon der erste Teil verloren. Ich hoffe, die Datenautobahnpolizei findet diesen Satz. Nicht das er von jemand anderen mitgenommen wird und bei jemand anderen ankommt. Das wäre bestimmt peinlich für meinen Autor.

Ok, aber das scheint ja noch nicht alles zu sein, oder?
Sicher. Der Stau zog sich noch ein wenig hin, also beschloss ich auf einem Rastplatz kurz zu pausieren und meine Kommas einmal auszustrecken. Da wurde ich von zwei Kurz-SMS angesprochen. Du kennst die doch bestimmt auch. SMS in denen nur „Bye“ oder „ILU“ steht. Auf jeden Fall sagten sie, dass ihr Akku ein wenig leer war und fragten, ob ich sie nicht ein wenig mitnehmen könnte. Ich stimmte zu. Schließlich hatte ich ja noch knapp 140 Zeichen zur Verfügung. Als ich dann weiterreisen wollte, drehte ich kurz meinen Rücken zu diesen beiden um und ich mich versehen konnte, war mir ein Satz entwendet. Auch noch das wichtigste, denn sie haben den „Schatz“ mitgenommen. Ich verfolgte sie kurz, stürzte aber unglücklich über ein liegengelassen Smiley und brach mir ein Komma. Wenigstens hatte der Smiley gut lachen.

Ah! Ein typischer Fall von Datendiebstahl also?
Ja, so kann man das sehen. Nie wieder Anhalter.

Ich habe ja die Krankenhausfotos gesehen, als dein Autor versucht hat dich wieder zusammen zu setzen. Da hat aber immer noch ein großes Stück. Entschuldigung, wenn ich zu aufdringlich nachfrage.
Nein, das passt schon. Mir ist auch wichtig, dass ich das erzählen kann. Also, ich wollte natürlich jetzt nicht noch weitere Teile von mir verlieren und reiste ab da an etwas langsamer. Auch weil der Verkehr noch weiter zunahm. Ich war nun fast am Ziel, aber der schwierigste Teil lag noch vor mir.

Was war das?
Weißt du, ich bin ja durch und durch auf Vodafone geeicht und jetzt kam ich in das Gebiet der Telekoms. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich habe nichts gegen sie. Ich hatte auch schon zwei Beziehungen aus diesem Gebiet. Aber der Zoll ist so unerbittlich. Ersteinmal wird meine durchreise extrem verteuert und dann wurde ich so gründlich durchsucht, dass die Zöllner doch ein weiteres Teil von mir verlegten. Ich musste mich natürlich zurückhalten, Beleidigung hatte ich in diesem Moment leider nicht in mir.

Aber danach konntest du deine Reise fortsetzen und kamst ans Ziel.
Nicht ganz. Eine Schwankung im Handynetz ließ mich kurzzeitig in Nirvana fallen. Ich dachte schon alles wäre vorbei. Da fischte mich jemand aus diesem imaginären Papierkorb und schob mich an meine Zieladresse. Ich kenne bis heute weder sein oder ihr Gesicht oder Namen. Es gibt wohl doch einen Beschützer aller SMS, der sie auf all ihren Wegen begleitet.

Du konntest zum Glück noch vollständig rekonstruiert werden. Da war wirklich eine Schutz-SMS am Werke.
Ja, richtig.

Ausgezeichnet. Danke für das Gespräch. Hast du noch ein paar letzte Worte für die Leser?
Mmh… vielleicht… auch in den modernen Zeiten kann immer etwas schiefgehen. Wir sind nicht perfekt und müssen bestimmt noch verbessert werden. Klingt das ok?

Wunderbar. Vielen Dank nochmal und bis zum nächsten Mal.
Bis dann.

Pokernacht

Dunkle Nacht. Eine einzige in Rauch gehüllte Lampe hängt über den Tisch. Überall liegen Münzen. Fünf Personen sitzen am Tisch. Ich einer von ihnen. Hier geht es um die nächsten Studiengebühren.

Misstrauischer Blick nach Links, vorsichtiger Blick nach Rechts, wütender Blick an den Gegenüber, der letzte Blick verweilt ein wenig länger.

Ich habe 10 Pik und Kreuz Dame. Ok, ich geh mit. Mein Blick schweift. Der Typ mit langen Haaren und komischer langer Robe steigt aus. Die Dame mit der schönen Nase kramt eilig in der Schatztruhe. Typ Nummer zwei lacht nur und scheint mit anderen Dingen beschäftigt. Jetzt wartet alles auf den Zug vom letzten Mitspieler. Unglaublich breit und dick gebaut, kommt wohl aus südlichen Ländern und keine Haare. Seine Zeit läuft ab.

Heads Up… Duell zwischen mir und der wunderschönen Frau. Auf dem Flop noch drei Zehnen. ICH HABE GEWONNEN!!! Ok, Nerven bewahren. Keine Miene verziehen. Ich setze vorsichtig. Die Frau geht mit. Der Turn folgt. Mehr Einsatz, denke ich. Aber die Schatztruhe ist zu groß. Die Dame bezahlt das mühelos. Letzte Karte: Ich setze alles. Die Frau lacht arrogant und rümpft die Nase. Dann bezahlt sie.

Als sie ihre Niederlage eingestehen muss, tobt sie. Der langhaarige Typ und der ständig Lachende versuchen sie zu beruhigen. Ich neige den Kopf leicht zur Seite, sammle langsam die Geldstücke ein. Mein Blick wird unscharf. Es ist spät, denke ich. Ich muss ins Bett.

„TIGER“, hör ich die Frau schreien. Aus der Dunkelheit kommen sie näher: große weiße Zähne. Tiefgelbe Augen kommen auf mich zu. Ich fange an zu rennen. Der Langhaarige Typ sagt in Seelenruhe zur Frau: „Aber, aber, Kleopatra… das war unnötig.“

Ich laufe in die Dunkelheit, merkwürdige Formen gleiten an mir vorbei. Ich spüre den Atem des Tigers hinter mir. Er wird immer größer und verschlingt mich in einem Biss.

Ich sitze wieder am Tisch. Schweiß gebadet. Was zum…, sage ich zu mir. Kleopatra zeigt mir die kalte Schulter und wendet den Blick ab. Fragezeichen in meinem Gesicht als ich in die Runde schau. Alle sind stumm. Nur der eine Typ lacht. Ich werfe eine Münze an seinen Kopf, aber er lacht. Ich versuche mich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Nächste Runde. Kleopatra hat wohl keine Lust mehr und steigt sofort aus. Der Dicke lässt seine Zeit laufen, bis sie wieder endet. Auch der Lachende konzentriert sich auf andere Sachen. Nur der Langhaarige bleibt. Das Duell beginnt.

In ruhiger Stimme fängt er an zu sprechen: „Du hast keine Chance, steige aus.“

Ich antworte kühl:“ Jesus, mit dem Blatt nicht und mach deinen heiligen Schein aus. Er blendet.“ Meine Augen tränen und ich fühle mich leicht gebräunt. Trotzdem bleibt es im Hintergrund dunkel. Die Runden vergehen und es kommt ein wenig Geld zusammen. Jetzt müssen die Karten aufgedeckt werden. Jesus hat zwei und eine drei. Also nichts. Ich hämmer mein Blatt auf den Tisch. FULL HOUSE.

„Ich gewinne“ sagt Jesus.

„Was??? Quatsch, du hast absolut…“ Ich schaue auf sein Blatt vier Dreien. „Du hast deine Karten verwandelt.“

„Nein, habe ich nicht“, antwortet er ruhig.

Ich stürze los: “ Ich hab’s doch gesehen…denk an deine 10 Gebote… du sollst nicht lügen und so…“

„Ach, ist doch von Moses… nicht von mir“, sagt er und sammelt die Chips ein.

Ich stotter: „Ich… Du…aaaahh…“

„Möchtest du Wein?“, fragt er.

Ein Schrei schallt durch meinen Kopf: AAAAAAAAAAAAAAAAARRRRRRRGGGGGGHHHH. Dann sage ich: „Ja“. Besser als nichts.

Mir wird schwindelig.
Neue Runde. Alle haben ihre Karten und es könnte losgehen, da schreit der Immer-Lachende: „Krabbenburger sind FEEERRRTIIICCHH…Hahahahahahahaha…“
Ein weiterer Schrei jagt durch meinen Kopf. Dieser kleine Quadratschädel, gelb und immer diese Lache: „Spongebob, sei RUHIG. Ich muss mich konzentrieren. Aber ich nehme einen Burger…
„‚Tschuldige…hahahahaha.“

Die Runden vergehen. In meinen Kopf dreht sich immer mehr. Nach der zwanzigsten Runde frage ich Jesus nach dem dicken Typ ohne Haare aus. „Warum macht er nichts.“

Im gewohnten ruhigen Ton antwortet er: „Ach, Buddha? Er sucht noch die Erleuchtung. Du musst dich Gedulden müssen.“

Ein HAHAHAHAHA kommt von der anderen Seite. Kleopatra fängt an zu singen. Buddha beginnt mit einem tiefen OoOoOoOhm. Es hört nicht mehr auf. Hinter Jesus singen die Engel. Er hat seine Heiligenschein immer noch nicht abgeschalten. Es blendet, ich sehe nichts mehr. „F steht für Freunde, die was unternehmen….hahahahaha“ Spongebob singt? Ich schreie. Der Tiger brüllt hinter meinem Kopf. Alles dreht sich. Immer schneller wird der Strudel. Alles verschwimmt vor meinen Augen. Die Stimmen, der Gesang, das Brüllen wird lauter…

Es wird dunkel, alles verstummt. Ich falle. Ich falle tief…

Ich wache auf. Mein Kopf dröhnt. Was zum…
Ich darf nicht mehr so viel trinken.