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Ein Wort zur Wahl in MV

Jetzt ist es doch traurige Gewissheit. Die NPD ist im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern eingezogen. Viel bestürzender für die FDP ist aber wohl, dass sie nicht über die 5%-Hürde gekommen ist. Die SPD gewinnt solide. CDU, die Linke, sowie die Grünen teilen sich die Plätze.

Die Wahlbeteiligung lag nur bei knapp über 50%. Nur jeder Zweite ist wählen gegangen. Neue Gleichgültigkeit scheint sich in den Reihen der Wähler breit zu machen. Vielleicht ist es auch nur Enttäuschung über die Politik. Keiner weiß mehr was er wählen will. Kaum einer findet eine Leitfigur in einem Politiker.

Das hat der NPD auch zu diesem für die Demokratie unglücklichen Erfolg geführt. Wenigstens wird Extra3 wieder in Zukunft genug Material bekommen, wenn es in der Sendung wieder heißt: „Deutsch für Nazi“. Das ist aber auch der einzige Vorteil, dass die dümmlichen Kommentaren dieser sogenannter Volksvertreter zur Unterhaltung dienen. Schon bei letzen Aufkreuzen dieser Partei in Schwerin ist nichts Produktives herausgekommen, außer Pöbeleien und Eklats. Was die Partei aber kann, ist ihre Wahlplakate in schwindelerregenden Höhen an jeder Laterne und am besten gleich doppelt und dreifach zu befestigen. So dass der normale Fußgänger überhaupt keine Chance bekommt ohne Kopfschütteln oder Lachkrämpfe durch die Straßen entlang zu gehen. Ein Spruch: „Sei kein Frosch, wähle Deutsch“ sagt schon alles aus. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob der Frosch jetzt auch noch braun war. Gepasst hätte es ja.

Da fällt mir doch noch ein Zitat eines großen Youtubers (LeFloid) ein. So genau bekomme ich das nicht mehr zusammen, aber der Sinn bestand hier drin: Der IQ eines Nazis liegt zwischen dem eines Goldfisches und einem Gummibaums. Großartig!

Nun beginnt auch die große Ursachenforschung, warum kaum einer zur Wahl gegangen ist. Desinteresse und Enttäuschung sind für mich die wichtigsten Faktoren. Wer erinnert sich nicht auch bei der letzten Bundestagswahl an die Versprechen der jetzigen Regierung die Steuern zu senken. Und was war: Nichts. So etwas festigt natürlich nicht das Vertrauen der Bevölkerung. Die Aufgabe, der nächsten Regierung besteht wohl daran wieder etwas mehr für politische Bildung zu tun. Damit spätere Generationen wieder fleißig wählen und sich die richtigen Politiker etablieren können.

Sprücheklopfen auf den Wahlveranstaltungen und -plakaten reicht halt nicht aus. Dabei gelang der CDU ja der ein fast schon erfolgreicher Werbeslogan für die Partei: „C wie Zukunft.“ (In Anspielung auf den Spitzenkandidaten Lorenz Caffier und dem ersten Buchstaben der Partei). Wahrscheinlich wurde noch nie so Spruch so oft parodiert. Es wurde sogar eine eigene Internetseite erstellt. Ich denke das war für die CDU wunderbare PR. Aber angefühlt hat sich doch eher nach: Lächerlich machen.

Für die FDP ist es nach der Wahl noch dunkler geworden. Sie muss auf der Ersatzbank Platz nehmen. Bekommt eine mehrjährige Zeitstrafe und darf nur zu schauen. Wahrscheinlich setzt sich das im bundesweiten Trend nicht fort. Aber obwohl MV von der Bevölkerung so ein kleines Bundesland ist, wird dass doch ein Fingerzeig in Richtung anderer sein. Es bleibt abzuwarten wie sich die Parteienlandschaft weiter entwickelt.