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Sommer 2011

Wenn jemand über das Wetter redet heißt es ja eigentlich, er hat nichts mehr zu sagen und versucht verzweifelt das Gespräch am Laufen zu lassen. UND das gilt vielleicht über diesen Beitrag 😉 Aber über diesen Sommer, der jetzt kurze Zeit hinter uns liegt, müssen wohl doch ein oder zwei Worte fallen. Auf der einen Seite war der August ein Grad wärmer als der Durchschnittsaugust und auf der anderen hätte man die hauseigene Dusche nicht einmal anschalten müssen, um sauber zu werden. Ein Drittel des Jahresdurchschnitts prasselte auf uns hinab. Unglaublich.

Unglaublich waren auch die zahlreichen Gewitter, sonst ein spannendes Naturphänomen wurde es nach dem 25mal doch sehr öde. Immer das gleiche Gezucke wie auf einem Techno-Festival konnte einem nicht mehr von Stuhl fallen lassen. Strandtage waren damit auch in weite Ferne gerückt und über die Festival-Saison muss wohl auch kaum noch etwas gesagt werden. Das Searock-Festival, das erstmals ausgetragen worden sollte, wurde abgesagt und auf einem belgischen Festival gab es gleich durch einen Sturm mehrere Opfer zu beklagen. Das sind nur zwei der tragischen Ereignissse, die durch den Regen ausgelöst wurden.

Nun ich bin der Meinung auch solche Sommer muss es leider geben. Es ist zum Glück nicht die Regel und das erste halbe Jahr war ja auch sonnenbehangen. Trotzdem bleibt das Gefühl, dass der Sommer (mal wieder) viel zu kurz war. Es liegt wohl in der Natur des Menschen, die schönen Momente der Natur als viel zu kurz zu  empfinden und über die schlechteren und ungemütlicheren, sprich dem Winter länger zu schimpfen. Mir bleibt der Sommer 2011 trotz allen in guter Erinnerung, denn er war nicht nur  der mit meinem ersten Besuch auf dem Hurricane-Festival (mit ordentlich Sonnenbrand), sondern auch als Sommer mit wunderbaren Beziehungen. Aber das ist natürlich nur mein persönliches Gefühl.

So hilft es also nicht und in keiner Weise über das Wetter zu beklagen. Denn auch ein Sommer ohne gute Erinnerungen ist in diesem Sinne ein schlechter. Der Sommer konnte für mich noch so regnerisch sein, aber durch die positiven Erlebnisse hätte ich die Kraft von jeder Art zwei auf einem Boot zu versammeln und hätte sie dann vor den Fluten gerettet 😉

Spaß beiseite. In diesem Sinne: Das Wetter spielt überhaupt keine Rolle, auch wenn der Sommer 2011 der einzige war, der baden war.

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S-Bahn im Sommer

Die Türen öffnen sich. Heiße Luft schlägt mir ins Gesicht. Als wäre die ungnädige Sonne, die unablässig auf meinem Kopf knallt nicht schon genug gewesen. Mein Gehirn schrumpft derweil auf eine kleine Rosine zusammen. Winzig, ausgetrocknet und ohne Leben.

Ich setze mich hin und versuche in die Gesichter der anderen Saunabesucher zu schauen. Keine Chance. Die aufsteigenden Dämpfe vernebeln mir mein Blickfeld. Ich versuche mich vom Fußmarsch zu erholen und das Schwitzen zu unterlassen. Aber die Hitze macht mir einen Strich durch die Rechnung. Mein Körper tropft weiter. Eine Schweißperle rennt mir die Nase hinunter. Zehn andere Perlen dringen über meine Augenbraunen auf die empfindliche Netzhaut. Ich versuche mit meinem Arm schlimmeres zu verhindern und reibe die ätzende Substanz nur noch weiter in die Augen.

ES BRENNT!!

Diese, durch die Sonne aufgehitzte S-Bahn ist ein Albtraum. Ich versuche aufzustehen, um bei der nächsten Station an der Tür Luft zu holen und mich abzukühlen. Leider rutsche ich auf dem schweißigen Boden aus und knalle mit Kopf gegen eine Metallstange. Zum Glück ist nichts passiert. Mein kleines Rosinengehirn kann nicht weiter beschädigt werden und das austretende Blut kühlt ein wenig.

Ich robbe mich zur Tür. Öffne sie in der Erwartung kühle Luft auf meiner Haut zu spüren. Aber es schlägt mir nur ein noch viel heißerer Luftstrom direkt vom unter der Tür angebrachten Motorraum entgegen. Ich ringe nach Luft. Mein T-Shirt hat bereits 10 Liter Flüssigkeit aufgenommen und meine Hose erweist sich saugfähiger als jede Windel.

Ich will doch nur Abkühlung. Die Tür schließt sich wieder und von draußen sieht man mich durch die Fensterscheibe mit dem Gesicht an das Glas gedrückt, schreien.

In der Hoffnung jemals ein kleinen Windhauch zu vernehmen, fahr ich weiter … leider bis zur Endstation.