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Die 10 verlorenen Kugelschreiber

Akt 1 – Die Drohung
Wir hatten so viel Spaß. Jeder einzelne hatte seinen Betrag geleistet, damit ich mein Semester erfolgreich abschließe.
Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern als…
*blink* blink* Rückblende an *funkel* funkel*
Ich bin, sowie immer zu meiner Federtasche gegangen, in der Hoffnung wieder etwas schreiben zu können. Doch nach dem Griff in die leere Tasche war mir sofort klar, dass hier etwas nicht stimmt.
Verzweifelt suche ich überall nach einem Kugelschreiber. Unter den Kochtöpfen, unter dem Schreibtisch, in der Toilette, im Vorratsraum… Nichts. Vielleicht hatte ich einem im Briefkasten gelassen. Auch nicht. Ich ließ mich zurück in meinen Bürostuhl sacken.
*blink* blink* Rückblende aus *blink* blink*
Das war vor einer Minute.
Von der Seite lächelte mich schief ein Bleistift an. „Benutz‘ doch mich“ krächzte sein bleigeschwängerter Atem. Ich hatte wohl keine andere Wahl. Vorsichtig setzte ich ihn auf das Blatt Papier… *krxxx*… abgebrochen. Der Bleistift jauelte auf und ich schob ihn zurück in die Federtasche. Das ist nicht das gleiche.
Meine Augen durchforsteten nocheinmal mein Zimmer. Als sie zurückkamen, berichteten sie voller Trauer nichts gefunden zu haben. Verdammt, bis jetzt konnte ich mich immer auf meine Augen verlassen. Ohne die Kugelschreiber werde ich mein nächstes Semester wohl nicht bestehen, da ich nicht mitschreiben kann.
Und so vergingen die Stunden und ich versuchte mit meinem Fingernagel etwas ins Papier zu ritzen. Aber es war nichts das gleiche. Unruhig lief ich in meinem Zimmer auf und ab. Als ich mich meine Füße dann doch zu einer Pause trieben, wollte ich in die Küche und mir einen Kaffe kochen. Doch die Zimmertür schlug vor mir zu. Im Augenwinkel konnte ich noch letzte Rauchschwaden verschwinden sehen.
In der Tür steckte eins meiner Küchenmesser und befestigte so ein Stück Papier. „Ich habe Kopfschmerzen. Könntest du mich herausziehen?“ jammerte das Messer. „Du hast auch drei Wünsche frei!“. Ein verlockendes Angebot. Ich zog das Messer, wie einst König Arthus das Excalibur, aus der Tür. Ich fühlte mich großartig jemanden geholfen zu haben, da schnitt mir das Messer in den Finger. Was, zur Hölle… „Dachtest du wirklich, ein Messer könnte dir drei Wünsche erfüllen. Cee Yaa, Biatch!“ und es lief davon.
Ich holte das heruntergefallene Blatt Papier vom Boden und wollte mein Blut vom Finger abwischen. „Moment!!!“ schrie das Papier. „Lies erst, dass was man auf mich heraufgeschrieben hat.“
In der Tat, das Papier hatte Recht, auf ihm stand etwas. Ich erkannte es sofort. Es war mit der Tinte meiner Kugelschreiber geschrieben.
Einen verhassten Tag,
ich habe deine Kugelschreiber. Wenn du sie jemals wieder lebend sehen willst, dann mache dich auf die Reise und triff den Radiergummi unter deinem Bett.
Mit schrecklichen Grüßen 
*unleserlich*
 
Als ich weiter über den Brief starrte und mich fragte was das alles zu bedeuten hatte und seit wann Kugelschreiber leben, da sie doch eigentlich seelenlose Gegenstände sind und wie man sie dann umbringen sollte, schnitt auch das Papier mir in den Finger. „Dein Blut bei mir abwischen? Kannste knicken! Hau rein“ und dann lief es auch davon.
Ich drehte mich um und mit einem ernsten Blick, starrte ich der untergehenden Sonne entgegen, den Finger auf sie gerichtet. Es war einer der epischsten Momenten meines Lebens und ich schrie ihr entgegen: „Ich werde meine Kugelschreiber retten, egal wer dahinter steckt und egal wieviel Zeit es mich kostet. Ich habe ja schließlich Semesterferien.“ … „Was geht mich das an?“ zuckte die Sonne mit den Schultern und ging unter. Der Mond erschien und es wurde kalt. „Hey, was geeeht…“ fragte der Mond. Ich drehte mich um und begann die Reise zum Radiergummi in der Hoffnung mehr über den Verbleib meiner Kugelschreiber herauszufinden.
*Fortsetzung folgt*
„Hey Maaaann, du hast mir noch nicht geantwortet, ich habe die ganze Einleitung der Geschichte verpasst. Erzähl doch maaaaal… was geht hier ab …. …..

Ich lief weiter bis ich den Mond nicht mehr hören konnte und bog dann unter mein Bett ab.

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