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Youku steht unter Beobachtung

Youku steht seit kurzem unter genauerer Beobachtung durch den chinesischen Zensurapparat. Der Grund sind anscheinend pornografische und gewaltverherrlichende Videos.

Erst vor wenigen Tagen sind auch sämtliche Google-Dienste in China gesperrt worden. Zu dem werden Apple, Facebook und andere große amerikanische Internetunternehmen der Spionage beschuldigt.

Es deutet also viel daraufhin, dass in China die Zensur strenger gehandhabt wird, als es sonst der Fall war. Ausländische Seiten können einfach geblockt werden. Im Falle von Youku wird das aber schwerer umzusetzen, denn das Unternehmen kann um die 400 Mio. Nutzer aufweisen. Die Zügel können dennoch angezogen und die Mitarbeiter des Portals unter Druck gesetzt werden, um unliebsame Videos löschen zu lassen.

Vimeo in Indonesien gesperrt

Die türkische Regierung unter Erdogan hatte vor einigen Wochen YouTube gesperrt. Mittlerweile hat das Verfassungsgericht gefordert, dass die Sperre wieder aufgehoben wird.

Auch in Saudi-Arabien werden die Regeln für YouTube scheinbar angezogen.  Nun hat es aber auch ein Videoportal geschafft, zensiert zu werden, dass sonst eher selten mit diesem Thema konfrontiert wird. Die Rede ist von Vimeo.

Wegen „zu viel Nacktheit“ wird das Videoportal in Indonesien gesperrt. Laut dem zuständigen Minister war der Stein des Anstoßes die Beschwerden einiger Einwohner des Landes.

Das amerikanische Videoportal Vimeo hat ähnlich wie YouTube strenge Auflagen gegen Pornografie. Allerdings ist die Nacktheit in der Kunst erlaubt. Das hat das Portal wohl in das Fadenkreuz der indonesischen Regierenden gebracht.

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Update: 06.06.2014

Mittlerweile hat Vimeo einen Brief an die indonesische Regierung geschrieben. In diesem fordert das Portal die Sperre aufzuheben. Jegliche Form der Zensur oder Selbstzensur lehnt Vimeo ab.

Strengere Regeln für YouTube in Saudi-Arabien

Saudi-Arabien ist einer der größten Wachstumsmärkte für YouTube. Insgesamt stieg die Verbreitung des Internet in dem arabischen Staat um 300% in den letzten fünf Jahren. Zusammen mit Nordafrika erreicht der Mittlere Osten 310 Mio. Video Views am Tag. Hinter den USA ist diese Region damit der zweitgrößte Markt für Videoportale. Google ist nicht untätig und hat eine Kampagne entwickelt, um noch stärker in den arabischen Ländern vertreten zu sein.

Doch die damit entstehende Freizügigkeit für die Bevölkerung ist den Regierenden ein Dorn im Auge, wenn auch nicht so stark wie in anderen Ländern, wie z.B. der Türkei. In Saudi-Arabien besteht das Regierungssystem aus einer absoluten Monarchie. Die Politiker sind darauf bedacht kritisches Material nicht an die große Öffentlichkeit zu lassen.

Bereits früher fragte der Staat auf der arabischen Halbinsel an, ob Videos gelöscht werden können. Google hat dem bisher immer widersprochen.

Die Organisation „Reporter ohne Grenze“ berichtete im Dezember 2013, dass eine neue Agentur in Saudi-Arabien in Planung sei, die die Zensur in dem Staat übernehmen sollte. Leiter des Projekt ist Riyadh Najm. Nach den Wünschen würden dann nur noch Videos freigegeben, die den Moralvorstellungen und Werten des Staates entsprechen.

Vier Monate später, im April 2014 tritt erneut Riyadh Najm im Wall Street Journal auf. Er erklärt:

„We will make them aware of what’s acceptable in Saudi Arabia and what’s not acceptable

Außerdem berichtet die Zeitung, dass bereits 2012 eine Kommission gegründet worden sei, die die Lizenzen für die Medienschaffende vergibt.

Es scheint so, als würde sich das Land auf allzu kritische Publikationen vorbereiten. Wenn die öffentliche Meinung den Monarchen nicht gefällt, stehen bereits Organisationen im Hintergrund, die sich um die Zensur stärker kümmern werden.